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Der Olivenbaum – heiliger Baum mit Überlebensstrategie

Der Olivenbaum - Informationen über den Olivenölbaum

Der Olivenbaum – heiliger Baum mit Überlebensstrategie
Olivenöl ist in der europäischen Küche allgegenwärtig – zum Verfeinern, zum Braten, sogar als Beautytrick wird das Gold des Mittelmeeres verwendet. Doch der Olivenbaum kann so viel mehr als bloß die wertvollen Früchte tragen. So besitzt er nicht nur eine hohe, kulturelle Bedeutung, die sogar bis in die Bibel zurückreicht, er verfügt auch über eine ausgeklügelte Überlebensstrategie. Raffiniert strukturierte Blätter und lange Wurzeln machen ihm das Überleben in kargen Landschaften möglich. Ein Olivenbaum spendet dabei genug Früchte für drei bis zu fünf Litern des köstlichen, kostbaren Olivenöls. Welche Symbolik der Olivenbaum im antiken Rom hatte und auf welche Weise seine Blätter die Wasserversorgung garantieren, ist im Folgenden zusammengefasst.

Perfekt angepasst an karge Verhältnisse
Ursprünglich stammt der Olivenbaum, aus dessen Früchten das uns bekannte Olivenöl gewonnen wird, aus dem Mittelmeerraum. Dorthin wurde er aus Asien importiert und hat sich dort an die herrschenden, kargen Verhältnisse optimal angepasst. So benötigt er im Frühjahr und Sommer sehr viel Sonne, die ihn am besten direkt bestrahlt. Im Herbst hingegen braucht der Baum viel Regen, um gedeihen zu können. Dabei profitiert er von stabilen, klimatischen Verhältnissen. Starke Temperaturschwankungen verträgt der Ölbaum genauso wenig wie viele Tage mit Frost. Bei optimalen Verhältnissen wird der Olivenbaum problemlos mehrere hundert Jahre alt. Der älteste, bekannte Olivenbaum auf Kreta wird auf ein Alter von circa 4000 Jahren geschätzt. Damit ist der Ölbaum ein echtes Urgestein der bekannten Nutzpflanzen. Je nach Art wird der Baum bis zu 20 Metern hoch und trägt ungefähr 20 Kilogramm Oliven im Jahr. Das bedeutet, aus einem Olivenbaum können zwischen drei und fünf Litern Olivenöl gewonnen werden. Nicht umsonst ist Olivenöl nach wie vor ein Exportschlager des mediterranen Raumes. Über 150 verschiedene Sorten verschiedener Olivenbäume im Mittelmeerraum geben uns den Zugang zu vielen, verschiedenen Ölen.

Der Olivenbaum – ein wahrer Überlebenskünstler
Im Gegensatz zu dem wertvollen, edel anmutenden Öl ist der Olivenbaum selbst kein Beispiel für wahre Schönheit. Doch das ist gut so! Denn je krummer und knorriger der Baum an sich ist, desto ertragreicher soll er sein. Darüber hinaus ist der Baum ein wahrer Überlebensstratege, denn er hat sich in seiner Beschaffenheit perfekt an die herrschenden Lebensumstände angepasst. Zum einen verfügt der Olivenbaum über bis zu sieben Meter lange Wurzeln. Diese sammeln für ihn das Wasser aus dem umliegenden Erdreich und erreichen auch in dürren Zeiten eine ausreichende Wasserversorgung. Zum anderen profitiert er von seinen mysteriös silbern schimmernden Blättern. Diese haben an der Unterseite Öffnungen, welche tagsüber in der Hitze verschlossen sind. Nachts hingegen öffnen sie sich und sammeln Kondenswasser aus der Luft. Hier besitzt der Olivenbaum also einen weiteren Zugang zu Wasservorräten, um seine köstlichen Früchte heranreifen lassen zu können. Seine Blütezeit hat der Olivenbaum im Juli und August. Zarte, gelblich-weiße Blüten schmücken dann seine Krone. Diese versprühen einen angenehmen, leichten Duft, der die Blüten auch zu dekorativen Zwecken sehr attraktiv macht.

Ein Zeichen des Friedens und des Sieges
Nicht nur als Nahrungs- und Rohstofflieferant ist der Olivenbaum seit jeher im Mittelmeerraum sehr beliebt. Neben den Oliven liefert der Olivenbaum schließlich auch robustes, edles Holz. Frühstücksbretter aus Olivenholz sind auf jedem Weihnachtsmarkt wieder ein wahrer Verkaufsschlager und eine tolle Geschenkidee! Seine heilige Bedeutung geht bereits bis in biblische Zeiten zurück. Als die Menschen, die nach der Sinnflut auf der Arche Noah unterwegs waren, nach neuem Land suchten, brachte eine Taube das rettende Zeichen der Hoffnung: einen Olivenbaumzweig, der symbolisch für den Frieden zwischen Gott und den Menschen stand. Dieses Zeichen des Friedens übernahmen die alten Römer. Wollte die besiegte Partei nach einer geschlagenen Schlacht um Frieden bitten, trugen die Verlierer Olivenbaumzweige in ihren Händen. So signalisierten sie, dass sie ihre Niederlage akzeptierten und in Frieden mit ihren Eroberern leben wollten.

Doch nicht nur für den Frieden, auch für den Sieg stand der Olivenbaum im antiken Rom. So bekamen die Sieger der olympischen Spiele Kronen, die aus Olivenbaumzweigen geflochten wurden, um ihren Triumph für alle sichtbar zur Schau zu tragen. Nicht nur die Römer verehrten den Olivenbaum, auch die Griechen übernahmen ihn in ihre Mythologie. Schutzgöttin des Olivenbaums im alten Griechenland war Athene, welche auch gleichzeitig Göttin der Weisheit war. Dies nahmen viele Philosophen und Dichter zum Anlass, dem kostbaren Baum ihre Oden zu widmen.

Den Olivenbaum im eigenen Garten gedeihen lassen
Der Duft der hellgelben Blüten, die Optik der silbernen Blätter, die knorrigen Stämme – um das Urlaubsfeeling nach Hause zu holen, pflanzen immer mehr Leute Olivenbäume in ihre Gärten. Doch da der Baum so optimal an warme, karge Verhältnisse angepasst ist, kann die Haltung des Ölbaumes in nördlichen Breiten kompliziert sein. Am ehesten bietet es sich an, den Baum in einem Kübel zu halten. Dort kann man ihm optimale Verhältnisse bieten. Der Standort sollte sich möglichst sonnig befinden, auch ein lichtdurchfluteter Wintergarten ist als Standort möglich. Der Olivenbaum ist nicht winterhart, das bedeutet, in der kalten Jahreszeit sollte er geschützt stehen. Entweder stellt man ihn also unter oder man schützt ihn mit Hilfe von Wintervlies. Im Kübel selbst sollte man mit durchlässiger Erde oder sandigem Boden arbeiten. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, das heißt, der Topf sollte über einen Abfluss für überschüssiges Wasser verfügen. Wer den Baum zum Wachsen anregen möchte, sollte ihn regelmäßig in einen größeren Kübel umtopfen. Dadurch werden auch die Wurzeln dazu angeregt, zu wachsen. Bei jungen Bäumen ist das Umtopfen alle zwei Jahre notwendig, ältere Pflanzen brauchen nur noch alle fünf Jahre umgesetzt werden. Regelmäßiges Düngen ist darüber hinaus zu empfehlen, um einen üppigen Wuchs zu erhalten. Alle ein bis zwei Jahre sollte der Baum zudem zurückgeschnitten werden. Wer auf eigene Früchte hofft, muss geduldig sein – erst nach vier bis zehn Jahren tragen Olivenbäume Früchte.